Knut, wann und wo haben die Mitarbeiter von KMS TEAM die kreativsten Ideen: am Schreibtisch, im Meeting oder in der Badewanne?
Oh, schwierig zu beantworten. Das ist bei jedem unterschiedlich, schätze ich. Du kannst aber gerne eine Umfrage machen, wenn Du möchtest (lacht).

Und wie ist es bei Dir?
(denkt nach) Da gibt es kein starres Muster. Ein Beispiel: Für unseren Kunden OSRAM haben wir einen leuchtenden Geschäftsbericht entwickelt, mit superflachen Leuchtdioden, die elegant in die Titelseite eingearbeitet sind. So etwas gab es vorher meines Wissens noch nie. Die Idee kam mir während eines Gesprächs mit einem Lichtdesigner. Ideenfindung ist eine Mischung aus Suchen, Zufall und Arbeit. Man beschäftigt sich mit einem Kunden oder einer Aufgabe, und plötzlich sieht oder hört man etwas Inspirierendes. Auf einmal ist da das Gefühl: Ja, das könnte passen.

Man nimmt Witterung auf und folgt der Spur?
Genau. Es zeichnet sich ein kreativer Weg ab. Man denkt instinktiv: Jetzt weiter in diese Richtung!

Und wie wird daraus eine richtig gute Arbeit?
Gute Kreation bedeutet für mich, etwas innerhalb eines vorgegebenen Rahmens neu zu denken und umzusetzen. Man hinterfragt und überschreitet Vorgegebenes, entwickelt es weiter. Das ist die strategische Ebene. Hinzu kommen die ästhetischen Qualitäten: Ist es scharf? Hat es etwas Eigenes und Unverwechselbares? Hat es gar etwas Magisches? Wenn unsere Arbeit dann noch dazu führt, dass der Kunde begeistert ist, haben wir unser Ziel erreicht.

Ist Wirkung wichtiger als Design?
Erst mit gutem Design erzielt man eine nachhaltige Wirkung. Es gibt grelle Kampagnen, die starten lediglich eine Attacke auf die Aufmerksamkeit. Das findet man einmal cool, wenn man es sieht. Das zweite Mal denkt man schon: Naja. Und beim dritten Mal nervt‘s. Wir versuchen etwas zu kreieren, das man zwanzigmal anschauen kann, und jedes Mal wird es besser. Klar, scharf und kraftvoll – so wünsche ich mir unsere Arbeiten.

Und die Kunden wünschen sich das ebenfalls?
Es wird immer Momente geben, in denen ein Kunde spontan sagt: Das geht nicht. Dann muss man diskutieren, überzeugen, um Vertrauen werben. Unser Kunde Canyon etwa sah den neuen Schriftzug, den wir entwickelten, anfangs kritisch, weil der halt auf den ersten Blick nicht so gefällig ist. Aber dafür entwickelt er im Nachhinein eine große Intensität und Stärke. Inzwischen liebt Canyon die Typografie.

Ist gute Kreation das Ergebnis von plötzlichen Inspirationen oder von harter Arbeit?
Von beidem, und oft entstehen Inspirationen ja erst durch intensive Arbeit. Man muss eine Aufgabe erfassen, durchleuchten und verstehen. Und nach der Analyse muss man abschalten. Dann setzt ein fließender, aber fast schon chaotischer Prozess ein: Die eigentliche Kreation, bei der man experimentiert, übertreibt, reduziert und Dinge gegen den Strich bürstet. Am Ende aber muss man die Ideen erneut sortieren und auf die Aufgabenstellung anwenden. Nur so entstehen visionäre Arbeiten.

In diesem Jahr wird KMS 30 Jahre alt. Keine Angst, dass Euch irgendwann die Ideen ausgehen?
Eigentlich nicht. Und Alter und Erfahrung an sich sind auch nicht hinderlich. Im Gegenteil. Schau’ Dir doch Martin Scorsese an, der macht auch mit über 70 noch großartige Filme. So lange man gemeinsam darauf brennt, etwas Neues zu erschaffen, ist alles gut. Und die Teams müssen natürlich auch überragend sein.

Was macht ein gutes Team aus?
Als wir 2007 in diese Maschinenhalle zogen, war das ein bewusster Schritt. Wir haben gesagt: KMS TEAM will groß und neu denken. Bloß keine Langeweile. Wir wollen eine Idee erzeugen, die den Kunden mitreißt. Für unsere Teams heißt das, sie müssen gut gemischt sein: Strategen, Texter, Designer, Projektmanager. Erfahrene und Neulinge. Querdenker und Handwerker. Ideensprüher und Organisatoren. Die Leute im Team müssen sich aneinander hochziehen, sodass etwas Tolles und Revolutionäres entsteht.

Klingt anstrengend.
Na ja, ein Sanatorium ist das hier jedenfalls nicht (lacht). Wir fordern uns gegenseitig und legen die Latte sehr hoch, aber immer gepaart mit Fairness, Respekt und Anerkennung. Das ist mir extrem wichtig. Und immer ausgerichtet auf das Ziel, für den Kunden ein maßgeschneidertes Ergebnis zu erzielen.

Wie definierst Du dabei Deine Rolle?
(schmunzelt) Löwenbändiger? Regisseur? Dirigent? Meine Aufgabe ist es, eine kooperative Atmosphäre zu schaffen. Eine Mischung aus An- und Entspannung. Mal anstacheln, mal Tempo rausnehmen.

Hat sich Deine Einstellung zur kreativen Arbeit seit 1984, dem Gründungsjahr von KMS TEAM, verändert?
Als junger Designer wollte ich alles selbst machen: meine Idee, meine Strategie, mein Design. Den Kontrollwahn und die Eitelkeit habe ich im Laufe der Jahre, Gott sei Dank, abgestreift. Das Qualitätsdenken habe ich mir bewahrt, und ich fürchte, manchmal kann ich ganz schön unerbittlich sein. Oft sage ich aber auch: Ganz gut, lass es noch ein wenig sacken, dann platzt der Knoten. Für mich ist das Ergebnis entscheidend, es muss großartig sein.

Worin besteht der größte Unterschied zwischen KMS TEAM von damals und heute?
Die Mischung aus Strategie und Kreation ist immer wichtiger geworden. Wir schätzen Analyse und Kreativität gleichermaßen. Kann ich eine kreative Idee an den wirtschaftlichen und strategischen Zielen eines Kunden festmachen, und zwar so, dass alles zusammen Hand und Fuß hat? Wie etabliere ich zusammen mit dem Kunden ein übergeordnetes System, das strategische und kreative Komponenten vereinigt? Auf diese Fragen finden wir Antworten. Das ist es, was KMS auszeichnet.

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