Herr Professor Baumstark, stimmt es, dass das Kunstareal München schon 2002 aus der Taufe gehoben wurde?
Ja, so ist es. Mit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne im Jahr 2002 riefen wir auch das Kunstareal ins Leben. »Kunstareal München« erschien als Ortsangabe auf allen Plakaten, und auf der Titelseite des Stadtmagazins inMünchen schalteten wir eine Seite, auf der in großen Lettern die Worte »Willkommen im Kunstareal München« standen. 

Sie waren damals Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Wie kam es zu der Idee?
Wir waren ein festes ›Direktorenquartett‹, das sich mehrmals wöchentlich beriet: Florian Hufnagl (Die Neue Sammlung), Winfried Nerdinger (Architekturmuseum der TU München), Michael Semff (Staatliche Graphische Sammlung) und ich. Gemeinsam überlegten wir, wie sich die Besonderheit der Pinakothek der Moderne vermitteln ließ: vier unterschiedliche Museen unter einem Dach (Kunst, Graphik, Architektur, Design) – im Grunde war das für sich genommen ein kleines Kunstareal. Aber warum sollte man an der Grundstückgrenze Halt machen? Die Alte und die Neue Pinakothek, das Lenbachhaus, die Glyptothek, die Antikensammlung, die Kunstakademie, mittlerweile die Filmhochschule und das Ägyptische Museum, dazu Ludwig-Maximilians-Universität und Technische Universität, das Paläontologsiche Museum ... Ich dachte: So eine einzigartige Konstellation kann man doch nicht einfach übergehen. Da muss man ganzheitlich denken. 

Warum nicht Museumsviertel?
Wir wollten nicht einfach ein Abklatsch von Museumsquartier (Wien), Museumsinsel (Berlin) und sonstigen Museumsmeilen und -ufern sein. Deshalb entwickelten wir mit KMS TEAM – Ihr wart ja damals für Erscheinungsbild und Kommunikation der Pinakotheken zuständig – einen Namen, der sich deutlich differenziert. Der Begriff »Areal« ist städtebaulich gedacht und spiegelt das Konzept von König Maximilian I. Joseph wider, der Anfang des 19. Jahrhunderts für die Stadterweiterung ein quadratisches Raster zugrunde legte; sein Sohn Ludwig I. führte das Projekt fort und platzierte in diesem Areal (die heutige Maxvorstadt) die Pinakotheken, damals noch auf freiem Feld.

Gab es Widerstände?
Am Anfang haben viele mit dem Begriff gefremdelt, »Areal« erschien ungewohnt und sperrig. Ich erinnere mich, dass der damalige Kultusminister Hans Zehetmair, der sich so große Verdienste um die Pinakothek der Moderne und die Kultur in Bayern erworben hat, besonders kritisch war. Doch dann haben die Münchner schnell gesehen, dass genau das für Unverwechselbarkeit sorgt, und haben ihn angenommen. 

Ihr Fazit heute?
Ich freue mich, dass die Idee Befürworter gefunden hat. Mit der »offiziellen« Gründung 2009, den Symposien, der Website und einer Geschäftsstelle ist für Kontinuität gesorgt. Besonders begeistert mich, dass Institutionen der Stadt und des Freistaats hier kooperieren, das ist ja nicht immer ganz selbstverständlich. Das Kunstareal ist heute ein internationales Aushängeschild für München.

                                                         

Pressekontakt

Annette Koch
T +49 (0)89 490 411-368
a.koch@kms-team.com

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Kunstareal München

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Das Kunstareal München, gelegen im Münchner Stadbezirk Maxvorstadt, zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Dichte an Museen, Hochschulen und Kulturinstituionen aus, die einen »erlebbaren geistigen Raum bilden, der von der Antike bis in die Gegenwart reicht« – ein Forum europäischer Kultur.

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